Leitungssucher leihen oder kaufen? Was der Baumarkt-Verleih wirklich taugt

Von Marc Müller — hat für diesen Artikel den aktuellen Verleih-Markt für Ortungsgeräte bei Baumärkten, Profi-Vermietern und Online-Verleihern durchgecheckt und ausgewertet.

Ja, du kannst einen Leitungssucher leihen. Wir haben dafür acht Anbieter geprüft: vier große Baumarktketten und vier Online- beziehungsweise Profi-Verleiher. Am verlässlichsten bekommst du ein Gerät bei OBI und toom, die einen „Multidetektor Wand“ fest im Mietgeräteservice führen — beide allerdings über denselben Vermieter Boels, also dasselbe Gerät zum selben Preis —, sowie bei Online-Verleihern wie Take my Tool oder voundr, die dir das Gerät zuschicken. Ein voller Miettag kostet bei OBI und toom 22,00 € für 24 Stunden und bei Take my Tool 20,00 € für einen Tag; wer nur eine einzelne Bohrung absichern will, nimmt eine Kurzmiete ab 14,00 € für 2–4 Stunden beziehungsweise 17,60 € für 4 Stunden (Leihgebühren, Stand 11.08.2026 — Details und Wochentarife unten in der Tabelle).

Ein Punkt, den die Preisliste nicht verrät: Das Baumarkt-Leihgerät erfasst laut Datenblatt bis 120 mm Tiefe und listet keine Kunststoffrohr-Erkennung, während das günstigere Online-Angebot von Take my Tool mit 200 mm inklusive Kunststoffrohren angegeben ist. Bauhaus führt Ortungsgeräte nicht im öffentlich einsehbaren Mietpark-Sortiment, bei Hornbach hängt die Verfügbarkeit von der jeweiligen Boels-Anbindung des Markts ab. Ob sich Leihen oder Kaufen lohnt, hängt vor allem davon ab, wie oft du das Gerät brauchst — dazu unten die Rechnung. Und vorab: Ein Ortungsgerät, egal ob geliehen oder gekauft, ersetzt bei Unsicherheit nie die Rückfrage beim Elektrofachbetrieb.

Wer verleiht überhaupt Ortungsgeräte? Der Baumarkt-Check

Die Suchergebnisse zu „leitungssucher leihen“ sind fast ausschließlich Verleih-Anbieter — aber „Baumarkt“ heißt nicht automatisch „verleiht auch Ortungsgeräte“. Wir haben die vier großen deutschen Ketten einzeln geprüft:

  • OBI listet den „Multidetektor Wand“ explizit im Mietgeräteservice (Kategorie Montage) und veröffentlicht die komplette Tarifleiter online — von der 4-Stunden-Miete bis zur Woche. Reservierung läuft online, Abholung im jeweiligen Markt.
  • toom führt denselben „Multidetektor (Wand)“ mit fester Online-Buchung und identischen Preisen (siehe Tabelle unten); reserviert wird im Markt deiner Wahl.
  • Bauhaus vermietet Werkzeug über den angeschlossenen LOXAM-Mietpark — an rund 32 Fachcentren, mit über 300 Geräten, aber dominiert von Baumaschinen wie Rüttelplatten, Bohr- und Stemmhämmern oder Estrichschleifern. Ein Ortungsgerät oder Multidetektor taucht im öffentlich einsehbaren Sortiment nicht auf. Das heißt nicht zwingend, dass kein einziges Fachcentrum eines vorrätig hat — als Standardangebot kannst du bei Bauhaus derzeit aber nicht damit rechnen. Bemerkenswert ist das vor allem, weil die LOXAM-Tarifmechanik für kurze Einsätze attraktiv wäre: Mieten unter vier Stunden werden mit einem Rabatt auf den Tagessatz abgerechnet, und bei der Wochenmiete werden nur vier der sieben Tage berechnet. Genau das beantwortet keine der rankenden Verleih-Seiten, obwohl „ortungsgerät leihen bauhaus“ selbst gesucht wird.
  • Hornbach betreibt kein eigenes Ortungsgerät-Sortiment im Verleih, sondern führt den Boels Mietservice als seinen Mietservice. Der ist je nach Standort unterschiedlich angebunden: als Ausgabe an der Info-Theke im Markt, als eigenes Boels-Mietcenter am Markt oder als eigenständiges Boels-Depot in der Nähe. Boels führt professionelle Multidetektoren im Katalog — ob du sie an deinem Hornbach-Markt bekommst, hängt von der Anbindung und vom aktuellen Bestand ab.

Der Befund, den keine Verleih-Seite nennt: drei der vier Ketten sind derselbe Vermieter

Wer bei OBI ein Mietgerät bucht, landet im Buchungspfad auf obi.boels.com. Wer bei toom bucht, landet auf toom.boels.com. Und Hornbach nennt Boels selbst als seinen Mietservice. Drei der vier großen Ketten laufen damit über denselben Vermieter — mit identischer Tarifleiter (17,60 / 22,00 / 33,00 / 77,00 € plus 50,00 € Kaution) und identischem Gerätedatenblatt.

Das hat zwei praktische Folgen:

  • Die Wahl zwischen OBI und toom ist eine Frage der Entfernung, keine Preisfrage. Du vergleichst dort nicht zwei Angebote, sondern zweimal dasselbe. Preisvergleich lohnt erst gegenüber den Online-Verleihern und regionalen Werkzeugverleihen — und der fällt, siehe unten, anders aus als erwartet.
  • Bauhaus ist die einzige der vier Ketten mit einem eigenen Mietpartner (LOXAM statt Boels) — und ausgerechnet dort fehlt das Ortungsgerät im öffentlichen Sortiment. Die vermeintliche Vielfalt im Baumarkt-Verleih schrumpft damit auf genau ein Gerät zu genau einem Preis.

Keine der Verleih-Seiten sagt das, weil es gegen das eigene Angebot spricht. Für dich ist es die Information, die dir eine überflüssige zweite Anfrage spart.

Profi-Verleih und Online-Versand: die Alternative zum Baumarkt

Neben den Baumärkten arbeiten mehrere spezialisierte Vermieter ausschließlich online und schicken das Gerät per Versand oder stellen es zur Abholung bereit:

  • Take my Tool vermietet einen Bosch-Multidetektor der D-tect-Klasse mit Abholung (Mo–Sa) oder Lieferung, gestaffelt nach 2–4 Stunden, 6–8 Stunden, 10 Stunden, Tag, 5 Tagen, Woche und Wochenende.
  • voundr hat mehrere Profi-Geräte im Programm — HILTI-Wandscanner, ein Akku-Ortungsgerät von Makita, den Bosch Wallscanner D-tect Professional —, versendet mit inklusivem Rückversand und staffelt nach Tag und Woche.
  • Boels führt professionelle Multidetektoren, allerdings ohne öffentlich einsehbaren Festpreis auf der Produktseite — hier musst du telefonisch oder in der Filiale nachfragen. Das ist derselbe Vermieter, der hinter OBI, toom und Hornbach steht, nur mit einem anderen, höherwertigen Gerät im Direktgeschäft.
  • Regionale Werkzeugverleihe sind der oft übersehene Preisbrecher. Der Münchner Anbieter verleihnix etwa stellt einen Bosch GMS 120 für 12,50 € am Tag bereit, mit einer Wochenend-Aktion (freitags mieten, Samstag und Sonntag ohne Aufpreis). Solche Angebote sind streng standortabhängig und müssen nach Postleitzahl einzeln geprüft werden — wenn es einen in deiner Stadt gibt, unterbietet er den Baumarkt aber regelmäßig deutlich.

Was ein Leihgerät kostet — und welches Gerät du dafür bekommst

Leihgebühren sind Dienstleistungskosten, keine Produktpreise. Interessant wird die Übersicht erst, wenn neben dem Preis steht, was das jeweilige Gerät laut Datenblatt überhaupt kann:

Anbieter 4 Std. 24 Std. Wochenende Woche Kaution Leihgerät laut Datenblatt
OBI — Abholung im Markt, Buchung über obi.boels.com 17,60 € 22,00 € 33,00 € 77,00 € 50,00 €, zzgl. ggf. 10 % Haftungsfreizeichnungsgebühr „Multidetektor Wand“: max. Erfassungstiefe 120 mm, spannungsführende Leitungen bis 50 mm, Kunststoffrohre nicht gelistet
toom — Abholung im Markt, Buchung über toom.boels.com 17,60 € 22,00 € 33,00 € 77,00 € 50,00 € identisches Gerät und identisches Datenblatt wie bei OBI
Take my Tool — Abholung (Mo–Sa) oder Versand 14,00 € (2–4 Std.) 20,00 € 30,00 € 50,00 € (5 Tage: 40,00 €) 40,00 € Bosch-Multidetektor der D-tect-Klasse: max. Erfassungstiefe 200 mm, Genauigkeit ±5 mm, IP 5X, erkennt leere und wasserführende Kunststoffrohre
voundr — Versand, Rückversand inklusive – ab 4,46 € (HILTI Transpointer PX 10), 5,81 € (Bosch D-tect 200 C), 8,96 € (HILTI PS 85) – ab 31,22–62,72 € je nach Modell je nach Modell Profiklasse; Kunststoffrohr-Erkennung modellabhängig (Bosch D-tect 200 C: ja)
Boels — Filiale/Depot, auch der Mietservice hinter OBI, toom und Hornbach auf Anfrage auf Anfrage auf Anfrage auf Anfrage auf Anfrage „Multidetektor Professional“: Metalle bis 150 mm, spannungsführende Leitungen ±150 mm, Genauigkeit ±5 mm, Kunststoffrohre erfasst

Stand unserer Recherche: 11.08.2026. Alle Beträge sind Leihgebühren beziehungsweise Kautionen, keine Gerätepreise. Preise, Verfügbarkeit und Sortiment können sich ändern und je nach Standort abweichen — vor der Fahrt zum Markt lohnt sich ein kurzer Anruf oder ein Blick auf die Anbieter-Website.

Der wichtigste Satz dieser Tabelle steht nicht in der Preisspalte: Take my Tool liefert für 20,00 € am Tag ein Gerät mit 200 mm angegebener Erfassungstiefe inklusive Kunststoffrohr-Erkennung — OBI und toom verlangen 22,00 € für 24 Stunden für eines mit 120 mm und ohne. Das billigere Angebot ist hier das deutlich bessere Gerät. Die naheliegende Annahme „Baumarkt gleich Standard, Online gleich teurer“ stimmt in diesem Sortiment also nicht.

Die Blindstelle des Baumarkt-Leihgeräts: Kunststoffrohre

Das ist mehr als ein Preisargument, es ist ein Sicherheitspunkt. Das bei OBI und toom verliehene Gerät detektiert laut Datenblatt spannungsführende Leitungen nur bis 50 mm Tiefe — bei tiefer liegenden oder gerade stromlosen Leitungen bleibt nur die Metallortung. Und Kunststoffrohre stehen in seinem Datenblatt überhaupt nicht: Wasserleitungen aus Kunststoff ohne Metalleinlage sind für die reine Metallortung praktisch unsichtbar. Genau diese Leitungsart ist in unserer Bohr-Anleitung als Hauptrisiko beim Bohren benannt.

Praktische Konsequenz: Wenn du in einem Bad, an einer Vorwandinstallation oder in einem sanierten Altbau bohrst, wo Kunststoff-Wasserleitungen wahrscheinlich sind, leih gezielt ein Gerät mit ausgewiesener Kunststoffrohr-Erkennung — Take my Tool, voundr oder das Boels-Profigerät. Für die reine Frage „liegt hier eine stromführende Leitung dicht unter dem Putz?“ reicht das Baumarktgerät.

Welcher Verleih für welchen Fall? Die Wahlregel

Vier Fälle, vier klare Antworten — das ist die Entscheidung, die dir keine einzelne Verleih-Seite abnehmen kann, weil jede nur sich selbst kennt:

  • Eine einzelne Bohrung heute, trockene Innenwand, Strom als Hauptsorge → 4-Stunden-Kurzmiete im Baumarkt (17,60 €). Zwischen OBI und toom entscheidet allein die Entfernung, es ist dasselbe Gerät zum selben Preis.
  • Wochenendprojekt mit mehreren Bohrungen → Wochenendtarif: 30,00 € bei Take my Tool, 33,00 € bei OBI und toom. Beides ist günstiger als drei Einzeltage — nur muss der Versand rechtzeitig vorher bestellt sein.
  • Bad, Vorwandinstallation, unbekannte Bausubstanz oder Verdacht auf Kunststoffrohre → Take my Tool (20,00 €/Tag) oder ein voundr-Profigerät. Hier zählt nicht der Preis, sondern die Kunststoffrohr-Erkennung und die größere Erfassungstiefe.
  • Mehrere Tage, dicke Wände, Profi-Anspruch → voundr-Wochentarif oder das Boels-Direktgeschäft. Wenn ein regionaler Werkzeugverleih in deiner Stadt sitzt, hol vorher dessen Tagessatz ein — der unterbietet die Ketten oft deutlich.

Leihen oder kaufen? Die Break-even-Rechnung

Einzelne Gerätekaufpreise nennen wir hier bewusst nicht: Sie ändern sich schneller, als eine Zahl in einem Ratgeber Bestand hätte, und würden dir eine Genauigkeit vorspielen, die es nicht gibt. Wir rechnen deshalb in Leihvorgängen — und zwar in dem Tarif, der zu deinem Anlass passt, nicht pauschal im teuersten:

  • Die Zahl, auf die es ankommt: Ein Einstiegsgerät für die reine Sicherheitsprüfung entspricht ungefähr dem Gegenwert von zwei bis drei vollen Baumarkt-Miettagen zu je 22,00 €. Wer also absehbar dreimal oder öfter zum vollen Tagessatz leihen würde, fährt mit dem Kauf günstiger — unabhängig davon, ob diese drei Einsätze in ein Jahr oder über fünf Jahre verteilt fallen.
  • Mit dem passenden Tarif verschiebt sich der Punkt nach hinten. Reicht dir für jede Bohrung die 4-Stunden-Kurzmiete (14,00–17,60 €), deckt dieselbe Summe rund drei bis vier Einsätze ab. Gegen den günstigsten geprüften Versandtarif (voundr, ab 4,46 € am Tag) reicht dieselbe Summe für rund zehn bis fünfzehn Miettage; ein regionaler Verleih zu 12,50 € am Tag liegt mit vier bis fünf Einsätzen nur knapp über der Kurzmiete. Je günstiger der Tarif, der zu deinem Anlass passt, desto später lohnt der Kauf.
  • Für einen einzelnen, klar abgegrenzten Einsatz (eine Bohrung, eine Kernbohrung, ein Umbau) ist die Leihe praktisch immer die wirtschaftlichere Wahl — vor allem, wenn du dabei ein höherwertiges Gerät bekommst, das du für den Einzelfall nie kaufen würdest.
  • Für Mittelklasse- und Profi-Geräte kippt die Rechnung noch deutlicher zur Leihe: Diese Klasse kostet im Kauf ein Vielfaches eines Einsteigergeräts, sodass sich die Anschaffung erst bei beruflicher oder sehr regelmäßiger Ortung rechnet.

Als Faustregel: Einmaliger oder seltener Bedarf → leihen. Ab dem dritten Einsatz zum vollen Baumarkt-Tagessatz → kaufen. Welches Ortungsgerät sich für den Kauf konkret lohnt, zeigen wir ausführlich in unserem Leitungssucher-Vergleich.

Was der Leihweg praktisch bedeutet: Kaution, Haftung, Zeitfenster

Bevor du dich für die Leihe entscheidest, gehören diese Punkte in die Rechnung:

  • Kaution. Bei den geprüften Anbietern hinterlegst du 40,00–50,00 € (siehe Tabelle) — Bargeld oder Karte, meist vor Ort bei Abholung. Das bindet kurzfristig Kapital in einer Größenordnung, die dem Gegenwert eines Einsteigergeräts nahekommt.
  • Haftungsfreizeichnungsgebühr. OBI weist zusätzlich zur Kaution eine Gebühr von bis zu 10 % aus, mit der du dich von Teilen des Schadensrisikos freikaufst. Auf eine Wochenmiete gerechnet sind das mehrere Euro, mit denen in keiner Preisübersicht sonst jemand rechnet — frag beim Buchen gezielt danach, ob sie bei deinem Vorgang anfällt.
  • Versicherung bei Schäden am Mietgerät. Verleiher weisen selbst darauf hin, dass Privathaftpflichtversicherungen Schäden an gemieteten Sachen nicht automatisch abdecken — Mietsachschäden sind in vielen Policen ausgeschlossen oder nur begrenzt eingeschlossen. Ein Blick in deine Bedingungen vor der Abholung kostet fünf Minuten und entscheidet im Schadensfall darüber, wer den Ersatz zahlt.
  • Zeitfenster. Die Baumarkt-Mietgeräteservices hängen an den Öffnungszeiten des Markts: rechtzeitig vor Ladenschluss abholen, rechtzeitig zurückbringen. Online-Verleiher entkoppeln dich davon, brauchen dafür aber Vorlaufzeit für Hin- und Rückversand.
  • Wochenend- statt Tagesmiete. Ein Wochenende (meist Freitag bis Montag) kostet mit 30,00–33,00 € deutlich weniger als drei Einzeltage — plane dein Projekt, wenn möglich, aufs Wochenende, statt tageweise zu verlängern.
  • Verfügbarkeit. Gerade in kleineren Filialen ist ein Mietgerät auch mal ausgebucht oder in Reparatur; ein kurzer Anruf vor der Fahrt erspart die Enttäuschung im Markt.

Profi-Geräteklasse beim Verleih vs. Einsteigergerät beim Kauf

Verleihflotten setzen tendenziell auf robustere, professionelle Geräteklassen, weil sie den täglichen Wechsel zwischen Nutzern und Baustellen aushalten müssen. Bei Bosch heißt das die blaue Professional-Linie (GMS- und D-tect-Reihe) statt der grünen Home-&-Garden-Linie. Was den Unterschied zwischen beiden Linien bei Ortungsgeräten ausmacht, erklären wir im Detail in unserem Vergleich dazu, welche Bosch-Linie im Verleih steht — grün oder Professional.

Die Zahlen oben zeigen aber auch, dass diese Regel für den Baumarkt-Verleih gerade nicht gilt: Das Boels-Gerät hinter OBI und toom liegt mit 120 mm Erfassungstiefe unter dem, was die Online-Verleiher für weniger Geld ausgeben (200 mm bei Take my Tool, 150 mm beim Boels-Profigerät im Direktgeschäft). Der echte Geräteklassen-Vorteil der Leihe liegt bei den spezialisierten Vermietern — dort bekommst du für einen einzelnen anspruchsvollen Einsatz (dicke Wände, unbekannte Bausubstanz, überlagerte Leitungen) Zugriff auf eine Klasse, die du für den einmaligen Bedarf sonst nie kaufen würdest.

Wann sich Leihen lohnt — und wann der Kauf die bessere Wahl ist

Leihen lohnt sich, wenn: – du nur eine einzelne Bohrung oder ein einzelnes Projekt vor dir hast, – du für diesen einen Einsatz ein höherwertiges Gerät willst, als du kaufen würdest, – du unsicher bist, ob du das Gerät danach je wieder brauchst.

Kaufen lohnt sich, wenn: – du regelmäßig in Wänden bohrst — auch nur gelegentlich über mehrere Jahre verteilt, – dir Reservierung, Abholtermin und Kaution den Aufwand nicht wert sind, – du absehbar den dritten Einsatz zum vollen Baumarkt-Tagessatz erreichst (siehe Break-even-Rechnung oben).

Fünf Dinge, die du beim geliehenen Ortungsgerät beachten solltest

Ein Leihgerät hat eine Vorgeschichte, die du nicht kennst — das macht ein paar zusätzliche Handgriffe sinnvoll, bevor du dich auf das Ergebnis verlässt. Zeigt es an einer bekannten Leitung nichts an, liegt das meist an einer der typischen Ursachen für eine nicht gefundene Stromleitung und nicht am Gerät:

  1. Kalibrierung ist unbekannt. Du weißt nicht, wie oft das Gerät benutzt wurde, wie es gelagert wurde oder ob es zuletzt korrekt kalibriert war. Führe deshalb vor der eigentlichen Messung immer eine Referenzmessung an einer Stelle durch, an der du sicher weißt, ob dort eine Leitung liegt oder nicht (z. B. neben einer sichtbaren Steckdose). Wie wir selbst bei Ortungsgeräten Trefferquote und Referenzmessungen einordnen, beschreiben wir offen in unserer Methodik — und warum ein Leihgerät unbekannt kalibriert ist.
  2. Materialmodus prüfen und richtig einstellen. Multidetektoren haben meist mehrere Betriebsarten (Metall, Strom, Holz, kombiniert) — stell sicher, dass du im richtigen Modus misst, statt dich auf eine Werkseinstellung zu verlassen, die vom Vorgänger geändert wurde.
  3. Batterie-/Akkustatus checken, bevor du loslegst — ein schwacher Akku kann die Messgenauigkeit beeinträchtigen, ohne dass das Gerät das deutlich anzeigt.
  4. Bedienungsanleitung nicht überspringen. Jeder Hersteller (Bosch, Laserliner, Zircon, STAHLWERK …) hat leicht unterschiedliche Bedienlogik und Anzeigesymbole — fünf Minuten Anleitung lesen ersetzt keine Erfahrung, verhindert aber die häufigsten Bedienfehler.
  5. Bei Unsicherheit nicht auf ein einzelnes Signal verlassen. Miss mehrfach, in mehreren Modi, und im Zweifel lieber einmal zu oft als zu wenig. Wie du dich beim eigentlichen Bohren konkret Schritt für Schritt absicherst — inklusive Installationszonen und der Frage, wann der Elektrofachbetrieb ran muss —, zeigen wir ausführlich in unserer Anleitung dazu, so ortest du Leitungen, bevor du bohrst.

Einen Überblick über alle Mess- und Ortungsgeräte rund ums Haus bietet unser Messgeräte-Guide zur Ortungstechnik im Gesamtüberblick.

Häufige Fragen zum Leitungssucher-Verleih

Kann man Leitungssucher ausleihen?

Ja. OBI und toom führen einen „Multidetektor Wand“ fest in ihrem Mietgeräteservice, dazu kommen Online-Verleiher wie Take my Tool und voundr mit Versand oder Abholung. Bauhaus hat aktuell kein Ortungsgerät im öffentlich einsehbaren Mietpark-Sortiment, bei Hornbach hängt die Verfügbarkeit davon ab, wie der Boels-Mietservice am jeweiligen Standort angebunden ist.

Wie teuer ist ein Leitungssucher?

Die Leihgebühr lässt sich exakt beziffern: Bei OBI und toom kostet die 4-Stunden-Miete 17,60 €, ein voller Tag (24 Stunden) 22,00 € und die Woche 77,00 €, dazu 50,00 € Kaution; Take my Tool verlangt 20,00 € für einen Tag (Stand 11.08.2026). Einzelne Kaufpreise nennen wir nicht, weil sie sich zu schnell ändern, um hier länger als ein paar Wochen zu stimmen — als Orientierung: Ein Einsteigergerät entspricht ungefähr dem Gegenwert von zwei bis drei solcher 24-Stunden-Mieten.

Was taugen Leitungsfinder?

Sie senken das Risiko eines Leitungstreffers deutlich, sind aber nicht unfehlbar — Wandaufbau, Kunststoffrohre ohne Metalleinlage und spannungsfreie Leitungen können die Messung erschweren. Wie weit das Gerät reicht, steht im Datenblatt: Das Baumarkt-Leihgerät gibt 120 mm Erfassungstiefe an und erkennt spannungsführende Leitungen nur bis 50 mm. Details zu Funktionsprinzipien und Grenzen erklären wir ausführlich in unserer Bohr-Anleitung.

Kann man einen Metalldetektor ausleihen?

Ja, aber unterscheide den Begriff: Ein reiner Metalldetektor für die Bodensuche ist etwas anderes als ein Multidetektor/Wandscanner für die Wandortung. Für die Suche nach Leitungen und Metall in Wänden brauchst du gezielt ein Ortungsgerät bzw. einen Multidetektor mit Wandmodus — genau das ist es, was OBI, toom und die Online-Verleiher anbieten, nicht ein klassischer Bodenmetalldetektor.

Ist ein Leihgerät genauso zuverlässig wie ein eigenes?

Technisch ja, sofern es gepflegt und korrekt kalibriert wurde — praktisch kennst du seine Vorgeschichte nicht. Deshalb lohnt sich vor jeder Messung mit einem Leihgerät eine kurze Referenzmessung an einer bekannten Stelle, damit du siehst, wie das konkrete Gerät reagiert, bevor du dich auf sein Ergebnis an der eigentlichen Bohrstelle verlässt.

Was mache ich, wenn ich öfter orten muss?

Dann kippt die Rechnung Richtung Kauf: Ein Einsteigergerät entspricht dem Gegenwert von zwei bis drei vollen Baumarkt-Miettagen (22,00 €), es amortisiert sich also ab dem dritten Einsatz zu diesem Tarif — egal, ob die drei Einsätze in ein Jahr oder über mehrere Jahre fallen. Leihst du jeweils günstiger (4-Stunden-Kurzmiete, Versandverleih, regionaler Werkzeugverleih), brauchst du entsprechend mehr Einsätze, bis der Kauf sich rechnet. Welches Gerät für welchen Bedarf infrage kommt, zeigen wir im Detail in unserem Leitungssucher-Vergleich.